<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//IETF//DTD HTML//EN"> <html> <head> <meta name="GENERATOR" content="Microsoft FrontPage 12.0"> <title>Kompanie</title> <style type="text/css"> .auto-style1 { margin-right: 23px; margin-bottom: 17px; } .auto-style2 { margin-left: 40px; margin-right: 40px; } .auto-style3 { font-variant: small-caps; } </style> <meta content="text/html; charset=unicode" http-equiv="Content-Type"> <meta content="de" http-equiv="Content-Language"> </head> <body background="paper02.jpg" topmargin="20" leftmargin="20" bgproperties="fixed"> <SCRIPT language=JavaScript1.1> <!-- copyklau by (matthias@loewenrudel.de --> <!-- Begin function right(e) { if (navigator.appName == 'Netscape' && (e.which == 3 || e.which == 2)) return false; else if (navigator.appName == 'Microsoft Internet Explorer' && (event.button == 2 || event.button == 3)) { alert("Finger weg!"); return false; } return true; } document.onmousedown=right; if (document.layers) window.captureEvents(Event.MOUSEDOWN); window.onmousedown=right; // End --> </SCRIPT> <p align="center"> <img src="konig.gif" alt="Knig.gif (24683 Byte)" align="left" hspace="5" width="250" height="179" class="auto-style1"><font color="#000080" size="5"><strong>Die Schiffe der preuischen&nbsp;<br> Handelskompanien</strong></font></p> <p align="center"><font size="2">(Thomas Feige, 2000)</font></p> <hr color="#000080" size="1"> <p>Wenn von deutscher Seefahrtsgeschichte die Rede ist, verbindet man dieses Thema oft nur mit der Hanse, der kurbrandenburgischen Flotte und den maritimen Entwicklungen seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Allenfalls der Ostindienfahrer <span class="auto-style3">Knig von Preuen</span> - auf das Schiff werde ich noch etwas nher eingehen - findet da noch mehr oder weniger statistische Erwhnung - die preuische Schifffahrt im 18. Jahrhundert ist dann relativ unbekannt. Gern wird dann zitiert, Friedrich II. (Regierungszeit 1740 bis 1786) sei "...<em>ein Regiment Soldaten wichtiger als ein Kriegsschiff, dessen Kosten denen eines Infanterie-Regiments vllig gleich kme</em>". (Dieser Satz wird in der Literatur Friedrich selbst zugeschrieben, stammt aber von dem Kriegsrat und Archivar am Preuischen Geheimen Staatsarchiv in Berlin, Christian von Dohm.) Das Friedrich die Sache jedoch nicht so dogmatisch sah, wie in der Literatur oft zu lesen ist, sondern ganz nchtern betrachtete, zeigt sein zweites Politisches Testament von 1776. Darin schreibt er: <p class="auto-style2">"<em>Ich glaube nicht, da Preuen sich je zur Bildung einer Kriegsmarine entschlieen darf. Die Grnde sind folgende: Mehrere Staaten Europas haben groe Flotten, England, Frankreich, Spanien, Dnemark und Russland. Ihnen werden wir niemals gleichkommen knnen. Da wir also mit wenigen Schiffen immer hinter den anderen Nationen zurckbleiben wrden, wre die Ausgabe unntz. ... Auerdem fhren Seeschlachten nur selten eine Entscheidung herbei. Daraus ziehe ich den Schluss, dass man besser daran tut, das erste Landheer in Europa zu halten als die schlechteste Flotte unter den Seemchten</em>." </p> <p>Anders verhielt es sich allerdings mit der Handelsschifffahrt. Hier frderte Friedrich II. private wie staatliche Handelskompanien. Wichtige Voraussetzungen dafr waren einige Gebietserweiterungen. Mit dem Tod Carl Edzard 1744 fiel das Herzogtum Ostfriesland mit Emden endgltig an Preuen und durch die erste Teilung Polens 1772 erhielt Friedrich groe Teile des westlichen Preuens mit Elbing.</p> <p>Die ersten Versuche zur Grndung von Handelskompanien in der 40er Jahren des 18. Jahrhunderts verliefen jedoch ergebnislos. Als am 4. August 1750 der Amsterdamer Heinrich Thomas Stuart die Oktroi zur Grndung der ersten Kniglich Preuischen Asiatischen Kompanie erhielt, war dies gewissermaen zur Probe, denn erst am 8. Juli 1751 wurde sie von Friedrich besttigt. Als Anerkennungsgebhr fr sechs Chinafahrten zahlte die Kompanie dem Knig fast 49.000 (48.697) Taler. Die Kompanie besa vier Schiffe, die fr Handelsreisen vor allem nach China vorgesehen waren. Als Ausgangshafen war Emden vorgesehen. Die Stadt wurde per Kabinettsorder Friedrichs vom 15. November 1751 zum Freihafen erklrt.</p> <p>Die ersten beiden Schiffe waren die<span class="auto-style3"> Knig von Preuen</span> und die <span class="auto-style3">Burg von Emden</span>. Beide waren ehemalige englische Ostindienfahrer. Wie die beiden Schiffe ursprnglich hieen, wo sie gebaut wurden und wem sie ursprnglich gehrten, konnte bisher leider nicht ermitteln werden. Die <span class="auto-style3">Knig von Preuen</span> war 150 Fu lang, 38 Fu breit und ging mit Ladung 19-20 Fu tief. Voll ausgerstet soll das Schiff in London 40.000 Pfund gekostet haben; im Protokoll der Hauptverhandlung der Asiatischen Kompanie wird der Wert mit Ausrstung mit 69.900 Taler angegeben, der der <span class="auto-style3">Burg von Emden</span> dagegen mit 42.900 Taler. Sie war auch 2 Fu krzer.</p> <p>Beide Schiffe kamen im Frhjahr 1752 vor Delfzyl an und schon gab es fr die Kompanie die ersten Schwierigkeiten. Kurz nach der <span class="auto-style3"> Knig von Preuen</span> traf vor Delfzyl die HMS <span class="auto-style3"> Surprise</span> auf der Reede ein und durchsuchte das Schiff nach Englndern unter der Besatzung; bei sieben Matrosen war man erfolgreich.</p> <p>Wenige Wochen spter sollte die <span class="auto-style3">Knig von Preuen</span> unter Kapitn Carl Gleitzke mit 120 Matrosen und einer Bewaffnung von 36 Kanonen zu ihrer ersten Fahrt in See gehen. Und schon gab es wieder Schwierigkeiten. Mit Emden hatte man sich nmlich - und das gilt fr alle weiteren Fahrten mit groen Schiffen - den denkbar schlechtesten Hafen ausgesucht! es dauerte 24 Tage, bis man das Schiff eine Meile weit auf Reede gebracht hatte und bentigte 24 Leichter um das Schiff seeklar zu machen. Der Emdener Hafen litt nmlich an stetiger Versandung und selbst Versuche, das Hafenbecken tiefer auszubaggern schlugen fehl. Um diesen Schwierigkeiten weitestgehend aus dem Weg zu gehen, lagerte man die Ausrstung der Schiffe grtenteils in Delfzyl. </p> <p>Whrend das erste Schiff bereits in Kanton die Ladung fr die Heimreise bernahm, lag die <span class="auto-style3">Burg von Emden</span> immer noch auf Reede vor Emden; Kompetenzstreitigkeiten behinderten das Auslaufen des Schiffes. Erst am 4. Oktober 1752 ging sie unter Kapitn Peter Dens mit 118 Matrosen und einer Bewaffnung von 26 Kanonen in See. Erwartungsgem waren die Gewinne aus beiden Fahrten nicht der Reede wert; zumindest deckten sie aber die Kosten. Trotzdem kaufte die Kompanie Anfang 1753 fr 21.000 (7.777 Taler) Gulden ein drittes an.</p> <p>Interessant ist der Erwerb des in <span class="auto-style3">Prinz von Preuen</span> umbenannten 64-Kanonen-Linienschiffes durch die Umstnde, die zum Kauf fhrten. Ursprnglich hie das Schiff <span class="auto-style3">Soeterwoude</span> und wurde 1719 auf der Admiralittswerft Amsterdam von Jan van Reenen gebaute (152 , 42 , 16 ). 1727 wurde der englische Schiffbauer Thomas Davis Leiter der Admiralittswerft und dessen Assistent der Schiffbauer Charles Bentham. Unter strengster Geheimhaltung wurde in Portsmouth zwischen der Amsterdamer Admiralitt und Bentham ein Vertrag geschlossen, der den gesamten niederlndischen Schiffbau beeinflusste. Fr Kriegsschiffe, aber auch fr Schiffe der VOC, wurden unter Bercksichtigung regionaler Verhltnisse schiffbautechnische Richtlinien fr die verschiedenen Schiffsklassen - hnlich wie in England - entwickelt und nach einigen Abnderungen von der Admiralitt und der VOC beschlossen. In dem Umfang, indem sich der Schiffbau nach englischem Vorbild in Holland durchsetzte, verkaufte die Amsterdamer Admiralitt ihre bisher nach hollndischer Art gebauten Schiffe. Das letzte dieser Schiffe war eben die <span class="auto-style3">Soeterwoude</span>.</p> <p>Als <span class="auto-style3">Prinz von Preuen</span> ging das Schiff nun mit 186 Mann Besatzung und einer Bewaffnung von 36 Kanonen am 31. Dezember 1753 nach China in See. Auf der Rckfahrt lief es bei Borkum auf, konnte aber wieder freikommen und erreichte im Juli 1755 reich beladen die Ems. Schon Ende 1754 hatte man in Amsterdam das vierte Kompanieschiff angekauft und es in <span class="auto-style3">Prinz Ferdinant</span> umbenannt.</p> <p>Die Fahrten, die die vier Schiffe zu dieser Zeit unternahmen, brachten fr die Kompanie gute Gewinne. Insgesamt entwickelte sich die Kompanie sehr erfolgreich, bis der Ausbruch des Siebenjhrigen Krieges dem ein Ende setzte. Am 3. Juli 1757 bergab Oberst Ernst von Kalkreuth dem franzsischen General Marquis d Auvet die Stadt Emden, dessen Garnison nur 300 Mann betrug. Der Kompaniedirektor Teegel ging mit der <span class="auto-style3">Knig von Preuen</span> - sie lag schon seeklar auf Reede - nach Delfzyl. An Bord hatte er auch rund 10.000 Taler Kompaniegelder. Die <span class="auto-style3">Burg von Emden</span> und die <span class="auto-style3">Prinz von Preuen</span> blieben abgetakelt in Emden liegen. Die <span class="auto-style3">Prinz Ferdinant</span>, die man zu dieser Zeit zurck erwartete, mute notgedrungen am 11. September 1757 in Plymouth einlaufen. Dort wurde das Schiff samt Ladung schlielich verkauft.</p> <p>Obwohl die franzsischen Truppen Emden im Mrz 1758 wieder rumten, wurde die Kompanie aufgelst. Die Abwicklung zog sich jedoch bis 1765 hin.</p> <p>Das zweite Handelsunternehmen wurde bereits am 21. Januar 1753 als Kniglich Preuische Bengalische Handlungskompanie gegrndet. Die Direktoren der Asiatischen Kompanie hatten dagegen auch nichts einzuwenden. Schlielich stand hinter beiden Kompanien das Berliner Handelshaus Splitgerber &amp; Daum als Hauptgeldgeber. Allerdings erlebte die Bengalische Kompanie einen Fehlschlag nach dem anderen.</p> <p>Die im Oktober 1753 ber Antwerpener Mittelsmnner in England gekaufte <span class="auto-style3">Hardwick</span> sollte ber Ostende nach Emden segeln, wurde aber am 10. Februar 1754 in Holland beschlagnahmt und kam einen Monat spter in England zwangsweise zum Verkauf. </p> <p>Noch im selben Jahr gelang der Kompanie in Norrkping ein Schiff zu kaufen und mit schwedischer Genehmigung eine Ladung Kupfer nach Emden zu bringen. Unter dem Namen <span class="auto-style3">Prinz Heinrich</span> lief das Schiff im Dezember 1754 nach Bengalen aus. Die Fahrt dieses Schiffes ist insofern interessant, weil sie gleichzeitig das Aus der Bengalischen Kompanie bedeutete.</p> <p>Wie es zur damaligen Zeiten auf Reisen nach Ost- und Westindien blich war, gab es an Bord Kaufleute, die am Zielort die Geschfte abzuwickeln hatten. Auf der <span class="auto-style3">Prinz von Preuen</span> war dies der Schotte Young, der Franzose De Chanlay und der Flame Broutaert. Sie dachten bei dieser Fahrt aber eher an ihren eigen Vorteil und trieben auf eigene Rechnung Handel, was ihnen strikt verboten war. Solche Praktiken hatten nmlich immer einen greren Zeitverlust zur Folge. Kurz nach Antritt der Heimreise strandete das Schiff jedoch am 18. August 1756 auf einer Sandbank in der Mndung des Ganges. Whrend Kapitn Clinkaert in Indien starb, floh Young nach England und Broutaert nach den sterreichischen Niederlanden. De Chanlay blieb bei den geretteten Waren in Bengalen. Erst als man in Emden von den Ereignissen erfuhr, sandte man die <span class="auto-style3">Knig von Preuen</span> nach Indien, wo sie die Waren abholte. Ob es sich bei diesem Schiff um den seit 1757 in Delfzyl liegenden Ostindienfahrer handelte, konnte bis jetzt nicht eindeutig geklrt werden. Jedenfalls traf das Schiff im Juni 1762 wieder in Emden ein. De Chanlay erhielt zwei Jahre Festungshaft; die Oktroi wurde von Friedrich II. eingezogen.</p> <p>Mit der am 24. Dezember 1765 gegrndeten Oktroierten Nutzholz-Handlungskompanie wurde erstmals eine rein staatliche Handelskompanie eingerichtet, die ber einige Zwischenstufen in die Preuische Seehandlung berging. Als "Stiftung Preuische Seehandlung" gibt es sie heute noch.</p> <p>&nbsp;</p> </body> </html>